Histo­ri­sche Hitze­wellen, histo­ri­scher Tief­stand: Klima­berichterstattung von Das Erste und ZDF fällt erst­mals unter ein Prozent

Hamburg, 09.07.2026. Der Anteil der Klima-Sende­mi­nuten im öffent­lich-recht­li­chen Fern­sehen ist erst­mals unter ein Prozent gefallen – auf 0,95 Prozent im Ersten und 0,82 Prozent im ZDF. Das ist ein zentrales Ergebnis des heute veröf­fent­lichten Reports zur Klima­berichterstattung von KLIMA° vor acht.

Die compu­ter­ge­stützte Auswer­tung des Gesamt­pro­gramms zeigte damit den nied­rigsten Wert seit Beginn der konti­nu­ier­li­chen Messungen Mitte 2021. Im Vergleich zu 2023 hat sich die Bericht­erstat­tung zum Klima mehr als halbiert (2,2 bzw. 1,95 Prozent). Der Rück­gang trifft ausge­rechnet das Halb­jahr, in dem die Klima­krise mit zwei Rekord-Hitze­wellen im Mai und Juni so unmit­telbar spürbar war wie selten zuvor.

Hitze­wellen führen nicht zu mehr Klima­berichterstattung

Beson­ders deut­lich wird die Leer­stelle bei den Hitze­wellen selbst. Im Ersten benannte die 20-Uhr-„Tagesschau“ den Zusam­men­hang zwischen Hitze und Klima­krise erst am 24. Juni – sechs Tage nach Beginn der Warn­pe­riode des Deut­schen Wetter­diensts. Das ZDF ordnete früher ein, blieb aber nicht konse­quent. Insge­samt führte die Rekord­hitze nicht zu mehr Klima­mi­nuten: in der Juni-Rekord­woche fiel die Wochen­summe des Ersten sogar auf einen Tief­punkt von nur 52 Klima-Minuten.

„Der Blick nach Europa zeigt: Es geht auch anders“, sagt Norman Schu­mann, Spre­cher von KLIMA° vor acht und Daten­wis­sen­schaftler. „In Frank­reich, Groß­bri­tan­nien und Spanien war die Hitze vom ersten Tag an eine Klima­ge­schichte. Wir brau­chen keine neuen Rezepte, wir brau­chen die Entschei­dung der Programm­ver­ant­wort­li­chen, den Klima­bezug nicht länger zu verschweigen.“

Hitze ist die tödlichste Wetter­folge in Europa. Beson­ders davon betroffen sind ältere Personen, und damit jene Menschen, die das öffent­lich-recht­liche Fern­sehen am häufigsten nutzen. Laut der Lang­zeit­studie „Down2Earth“ ist es die meist­ver­wen­dete Infor­ma­ti­ons­quelle der Deut­schen zu Klima­wandel und Klima­po­litik.

Wo die reich­wei­ten­stärksten Formate schweigen, über­lassen sie es anderen, die Auswir­kungen der Klima­krise einzu­ordnen – und öffnen den Raum für Verharm­lo­sung und Desin­for­ma­tion. KLIMA° vor acht fordert deshalb, was ein histo­ri­scher Hitze­sommer verdient: eine verläss­liche, tägliche Einord­nung der Klima­krise zur besten Sende­zeit.

Über KLIMA° vor acht

Der gemein­nüt­zige Verein KLIMA° vor acht e.V. setzt sich für eine bessere und der Rele­vanz der Klima­krise ange­mes­sene Bericht­erstat­tung der deut­schen Medien ein und misst seit 2021 durch­ge­hend das Programm von Das Erste und ZDF. Der Verein hat seinen Sitz in Hamburg und finan­ziert sich ausschließ­lich durch Spenden. Der vorlie­gende Report ist die erste Ausgabe eines künftig halb­jähr­lich erschei­nenden Daten­über­blicks zur Klima­berichterstattung.

Down­load­link des Reports: https://klimavoracht.de/wp-content/uploads/2026/08/KlimaMedienBericht_1_Halbjahr_2026.pdf

Down­load­link der Grafiken: https://klimavoracht.de/wp-content/uploads/2026/08/KlimaMedienBericht_1_Halbjahr_2026_grafiken.zip

(Die Grafiken können unter Nennung von „KLIMA° vor acht e.V.“ frei genutzt werden)

Kontakt: Dr. Norman Schu­mann – Spre­cher, Tel. +49 178 408 608 6, presse@klimavoracht.de

Der Anteil der Klima-Sendeminuten bei Das Erste und ZDF ist erstmals unter ein Prozent gefallen – auf 0,95 Prozent im Ersten und 0,82 Prozent im ZDF. Der niedrigste Wert seit Messbeginn 2021.

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